Hospizbewegung


Würdevolles Leben und Sterben

Die Hospizbewegung (hospitium = lat. Herberge) sieht sich in der Tradition der Herbergen, die im Mittelalter entlang der Pilgerrouten in ganz Europa entstanden. In ihnen wurden Pilger und Reisende aufgenommen sowie Kranke und Hilfsbedürftige versorgt. An diese Herbergen knüpft die moderne Hospizbewegung an, indem sie Menschen auf dem letzten Stück ihres Lebensweges begleitet.

Durch Fortschritte in der Medizin, die steigende Lebenserwartung und gesellschaftliche Veränderungen wurde der Tod im 19. Jahrhundert zunehmend zu einem Tabuthema. Die Hospizbewegung tritt dieser Entwicklung entgegen.

Ende der 50er Jahre begann ein neues Nachdenken über die Situation Sterbender. 1969 veröffentlichte die Schweizer Ärztin Elisabeth Kübler-Ross ( 2004) in den USA das Buch „Interviews mit Sterbenden“ und rückte damit das Tabuthema Sterben wieder stärker ins Bewusstsein der Gesellschaft. Cicely Saunders ( 2005) gründete 1967 in London das erste Hospiz neuer Art. Diese beiden Frauen brachten den Stein der Hospizbewegung ins Rollen.

Hospizbewegung

Die ersten Hospizgruppen in Deutschland gründeten sich in den 80er Jahren, um schwerkranken und sterbenden Menschen zur Seite zu stehen und ihre Angehörigen zu unterstützen. Heute engagieren sich deutschlandweit rund 80.000 Ehrenamtliche in der Hospizarbeit!

Ziel der Hospizbewegung ist es, für sterbenskranke Menschen ein würdevolles Leben und Sterben mit der größtmöglichen Lebensqualität und Beschwerdefreiheit zu erreichen. Auch die Angehörigen sollen Fürsorge und Entlastung erhalten. Das Sterben wird als Teil des Lebens betrachtet und weder verdrängt noch künstlich verlängert.